Soziologie

„Philosophen kratzen sich dort, wo es gar nicht juckt“, hat Richard Rorty – selbst Philosoph – einmal gesagt. Nun, Soziologen tun das auch und ich kratze gerne ein bisschen mit – und studiere mit Leidenschaft Soziologie.

Manchmal kann das Kratzen an der Oberfläche sogar ziemlich spannende Einsichten hervorbringen. So glauben auch Sie vielleicht, dass in der heutigen Gesellschaft Wissen immer wichtiger wird und behaupten ganz selbstverständlich: Je mehr Wissen desto besser! Oder gehen Sie vielleicht auch davon aus, dass in Zeiten einer vermeintlichen Single-Gesellschaft die Familie mehr und mehr an Bedeutung verliert? Als Soziologe muss man zumindest zwei Dinge einwenden: Mehr Wissen kann das Leben auch ganz schön anstrengend machen; Entscheidungen zu treffen fällt nämlich immer schwerer. Und: Ein großer Teil der ach so vielen Singles sind Witwer und Witwen über 60. Weil wir immer älter werden, werden wir auch Singles, junge Menschen halten hingegen am Ideal der Kleinfamilie fest.

Ein paar kleine Anstöße zu soziologischem Denken finden Sie hier.

Wort-Gottes-Feiern
In der katholischen Kirche wird ein zunehmender Teil der Gottesdienste nicht mehr von Priestern, sondern von Laien geleitet. Differenzierungtheoretisch lässt sich dies als Veränderung von Leistungs- und Publikumsrollen sehen.
Wohngemeinschaften
Keine Türen, freie Liebe, endlose Diskussionen: Die ersten WGs entstanden in den 1960er Jahren aus Protest. Das hat sich stark gewandelt: Heute geht es pragmatischer zu, aber die sozialen Aspekte bleiben wichtig.
PR-Journalismus
PR-Berater schreiben und Journalisten drucken? Wenn immer pro­fes­sio­nel­lere Öffentlichkeitsarbeiter auf unter wirtschaftlichem Druck stehende Journalisten treffen, droht Gefahr für Öffentlichkeit - und Zivilgesellschaft.
Was nutzt dem Homo Oeconomicus?
Die Menschen orientieren sich am eigenen Nutzen - behaupten Rational-Choice-Theoretiker. Doch woher weiß der rationale Mensch - bewusst oder unbewusst -, was ihm nützt? Antworten gibt Bourdieus Habitus-Konzept.
Rente mit 67
Die SPD am Ende? Nun ja, zumindest abgestraft für unliebsame Maßnahmen wie die Rente mit 67. Allen Protesten zum Trotz: Aus staatstheoretischer Sicht erscheint die Reform plausibel und angemessen.